Falzberger Miscanthus-Rhizome - kaufen Sie beim Pionier

© Blue Ouest 2010

Nahwärme

Die Gemeinde Pichl bei Wels hat mit dem Anschluss ihrer Gebäude an die Biomasse Heizanlage Weitblick und Innovationsfreude bewiesen und dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht. Alle öffentlichen Gebäude in Pichl bei Wels (Volks – und Hauptschule, Kindergarten, Gemeindeamt sowie private Abnehmer) werden mit Fernwärme aus Biomasse (Miscanthus und Getreidestroh) versorgt.
In Pichl wächst der Brennstoff sozusagen direkt vor der Haustüre und muss keine Transportwege zurücklegen. Biomasseanlagen stehen trotz sehr hoher Investitionskosten (teure Entwicklung- geringe Stückzahlen) heute in Konkurrenz mit anderen Energieformen. (Öl, Gas, Strom…) deren wahre Kosten bisher keine Berücksichtigung im Preis finden.


Würde auf Öl eine Steuer aufgeschlagen die die wahren Folge-Kosten des Treibhauseffektes oder die Kosten von Öltankerkatastrophen auffängt wären diese Energieformen unbezahlbar. Dies trifft sinngemäß natürlich auch für Erdgas zu, das von seiner mächtigen Lobby immer als umweltfreundlich dargestellt wird. Auch jeder der heute eine Wärmepumpe betreibt muss sich im Klaren sein, dass der Strom in der Heizzeit zu einem großen Teil aus kalorischen bzw. Atomkraftwerken kommt. Biomasse ist die einzige Form der gespeicherten Sonnenenergie, die nachhaltig ohne Schäden für zukünftige Generationen unbegrenzt genutzt werden kann. Die Wertschöpfung bleibt in der Region und jeder der dazu beiträgt, unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden ist nicht nur ein Bewahrer der Umwelt, sondern hilft auch, künftige Kriege zu vermeiden, die jene führen die es nicht schaffen ihre Volkswirtschaft aus der Umklammerung fossiler Energieformen zu lösen.

Die EU Kommission misst in ihrem Weißbuch "Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger" aus dem Jahr 1998, mittelfristig bis zum Jahr 2010 dem Anbau von Energiepflanzen bei der Bereitstellung des Energieträgers Biomasse die größte Bedeutung zu.

Speziell angebaute Energiepflanzen sollen in absehbarer Zeit den weitaus größten Teil der Energie liefern.

Leider ist es wie bei vielen anderen gut gemeinten europäischen Willenserklärungen hier auch nicht anders:

Man ist sich einig das etwas geschehen soll, es fehlt jedoch an der Umsetzung bzw. der Schaffung von Rahmenbedingung die eine Umsetzung überhaupt erst ermöglichen. Die nationale Politik ist gefordert endlich gesetzliche Emissionsgrenzwerte für Brennstoffe wie Stroh und Getreide einzuführen. Längst ist eine Besteuerung der fossilen Energieträger überfällig um so die Entwicklung am Sektor der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Dies würde eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schaffen, bzw. sichern. Am Beispiel von Schweden oder Dänemark kann man sehr gut sehen welche positiven Auswirkungen solche Maßnahmen auf die Entwicklung der erneuerbaren Energien hat.

Erneuerbare Energien sind eine historische Notwendigkeit und zugleich eine grosse Chance für die Umwelt, Wirtschaft und internationale Sicherheit. Je länger wir den Umstieg aufschieben desto unbezahlbarer werden die Folgen werden.